Wer die aktuelle AC/DC-Besetzung verstehen will, muss zwischen festen Bandmitgliedern und Musikern auf der Bühne unterscheiden. Hier ordne ich die Mitglieder von AC/DC nach ihrer Funktion, ihrer Zeit in der Band und ihrer Bedeutung für die wichtigsten Phasen ein, damit die Namen in Besetzungslisten, Alben und Tourneen nicht durcheinandergeraten.
Die wichtigsten Namen und Besetzungswechsel auf einen Blick
- Angus Young ist das einzige durchgehend aktive Gründungsmitglied.
- Brian Johnson singt seit 1980 mit einer Unterbrechung im Jahr 2016.
- Stevie Young übernahm ab 2014 dauerhaft die Rhythmusgitarre von Malcolm Young.
- Die jüngste Live-Besetzung umfasst Matt Laug am Schlagzeug und Chris Chaney am Bass.
- Bon Scott, Malcolm Young und Phil Rudd prägten die Bandgeschichte besonders stark, gehören aber nicht zur vollständigen aktuellen Tourbesetzung.

Wer aktuell mit AC/DC auf der Bühne steht
Für die jüngste Power-Up-Tourbesetzung stehen Angus Young, Brian Johnson, Stevie Young, Matt Laug und Chris Chaney im Mittelpunkt. Diese fünf Musiker bilden die Besetzung, die das Publikum bei den aktuellen Konzerten erlebt, auch wenn einzelne langjährige Bandmitglieder weiterhin eng mit AC/DC verbunden sind.
| Musiker | Instrument | Einordnung |
|---|---|---|
| Angus Young | Leadgitarre | Gründungsmitglied und konstante musikalische Figur seit 1973 |
| Brian Johnson | Gesang | Seit 1980 dabei, 2016 vorübergehend durch Axl Rose ersetzt |
| Stevie Young | Rhythmusgitarre | Seit 2014 als Nachfolger von Malcolm Young aktiv |
| Matt Laug | Schlagzeug | Live-Schlagzeuger der jüngeren Tourneen |
| Chris Chaney | Bass | Live-Bassist der aktuellen Tourbesetzung |
Bei AC/DC ist diese Unterscheidung besonders wichtig. Live-Besetzung und Bandgeschichte sind nicht immer identisch, weil Studioalben, Tourneen und offizielle Mitgliedschaften unterschiedliche Zeitpunkte abbilden. Genau deshalb tauchen in manchen Listen weiterhin Phil Rudd oder Cliff Williams auf, obwohl sie bei den jüngsten Konzerten nicht auf der Bühne standen.
Angus Young bleibt der musikalische Fixpunkt
Angus Young gründete AC/DC 1973 gemeinsam mit seinem Bruder Malcolm Young. Mit seiner Schuluniform, dem energiegeladenen Bühnenauftritt und einem sehr präzisen, bluesorientierten Gitarrenspiel wurde er zum sichtbarsten Gesicht der Band. Für mich ist aber nicht nur die Show entscheidend, sondern vor allem seine konsequent einfache musikalische Sprache.
Young setzt selten auf überladene Arrangements. Riffs, Pausen und ein treibender Rhythmus tragen die Songs, während die Leadgitarre klare Akzente setzt. Diese Arbeitsweise erklärt, warum AC/DC trotz vieler Besetzungswechsel sofort erkennbar bleibt und weshalb Angus bis heute als einziger dauerhaft aktiver Gründer eine so zentrale Rolle einnimmt.
Sein Bruder Malcolm Young war dabei lange das Gegengewicht. Er spielte Rhythmusgitarre, entwickelte gemeinsam mit Angus die Riffs und hielt die Band musikalisch zusammen. Nach seinem krankheitsbedingten Ausstieg 2014 übernahm Stevie Young diesen Part, doch Malcolm blieb als Songwriter und prägende Kraft im Katalog der Band präsent.
Die bekanntesten Sänger und die zwei großen AC/DC-Epochen
Bon Scott und die frühe Hardrock-Phase
Bon Scott stieß 1974 zu AC/DC und sang auf Alben wie Highway to Hell. Seine Stimme war rau, spöttisch und gleichzeitig erstaunlich melodisch. Zusammen mit Angus und Malcolm prägte er die frühe Identität der Band, bis er im Februar 1980 starb.
Scott war nicht einfach nur der Sänger vor Brian Johnson. Er verkörperte eine eigene Ära mit einer anderen Mischung aus Blues, Glam-Rock und schwarzem Humor. Wer die Entwicklung der Band nachvollziehen möchte, sollte deshalb zwischen der Bon-Scott-Phase bis 1980 und der späteren Johnson-Ära unterscheiden.
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Brian Johnson und der Neustart mit Back in Black
Brian Johnson übernahm 1980 den Gesang und debütierte mit Back in Black, einem der erfolgreichsten Rockalben überhaupt. Sein hoher, heiserer und druckvoller Gesang veränderte die Wirkung der Band deutlich, ohne den Kern des Gitarrensounds aufzugeben.
2016 musste Johnson wegen schwerer Hörprobleme während der laufenden Tournee pausieren. Axl Rose sprang für die restlichen Termine ein, doch Johnson kehrte später zurück und ist seit 2018 wieder Teil der regulären Besetzung. Für die jüngere Bandgeschichte ist das ein gutes Beispiel dafür, dass ein zeitweiliger Ersatz nicht automatisch einen dauerhaften Mitgliederwechsel bedeutet.
Malcolm Young, Cliff Williams und Phil Rudd
Malcolm Young war für AC/DC mindestens so wichtig wie sein Bruder, obwohl er meist weniger im Rampenlicht stand. Seine Rhythmusgitarre lieferte das Fundament für Songs wie Let There Be Rock, Back in Black und Thunderstruck. Er verließ die Band wegen seiner Demenzerkrankung und starb 2017.
Cliff Williams kam 1977 zum Bass und spielte auf zahlreichen prägenden Alben. Er kündigte 2016 zunächst seinen Rückzug an, kehrte aber 2018 zurück. In der aktuellen Live-Perspektive sollte man ihn trotzdem nicht einfach zur Tourbesetzung zählen, denn bei den jüngeren Auftritten übernahm Chris Chaney den Bass.
Phil Rudd war mit Unterbrechungen von 1975 bis 2015 und erneut ab 2018 der wichtigste Schlagzeuger der Bandgeschichte. Sein Spiel ist weniger verspielt als bei vielen anderen Hardrock-Drummern, dafür extrem direkt und gleichmäßig. Gerade diese trockene, zurückhaltende Präzision machte seinen Anteil am AC/DC-Sound so wirkungsvoll.
Rudd war bei den späteren Konzerten nicht dauerhaft dabei. Deshalb begegnet man in aktuellen Übersichten häufig einer scheinbaren Unstimmigkeit: Phil Rudd gilt als zentraler AC/DC-Musiker, ist aber nicht automatisch der Schlagzeuger jeder aktuellen Tournee.
Wichtige frühere Mitglieder und kurzfristige Ersatzmusiker
Die Geschichte begann mit einer deutlich wechselnden Frühbesetzung. Zu den ersten Musikern gehörten unter anderem Dave Evans am Gesang, Larry Van Kriedt am Bass und Colin Burgess am Schlagzeug. Diese Phase war kurz, zeigt aber, dass AC/DC seinen endgültigen Stil erst nach mehreren Wechseln entwickelte.
| Musiker | Aufgabe | Warum die Person wichtig ist |
|---|---|---|
| Mark Evans | Bass | Spielte in der frühen klassischen Phase von 1975 bis 1977 |
| Simon Wright | Schlagzeug | War von 1983 bis 1989 Teil der Band |
| Chris Slade | Schlagzeug | Spielte unter anderem auf The Razors Edge und während der Tour 2015/16 |
| Axl Rose | Gesang | Übernahm 2016 vorübergehend die Live-Auftritte |
| Malcolm Young | Rhythmusgitarre | Mitgründer und wichtigster Architekt des klassischen Gitarrenfundaments |
Besonders häufig wird Chris Slade übersehen, obwohl er auf The Razors Edge und damit auf dem Album von „Thunderstruck“ zu hören ist. Seine Zeit bei AC/DC war kürzer als die von Phil Rudd, doch sein kraftvolleres Schlagzeugspiel gab der Band Anfang der 1990er-Jahre eine etwas härtere Live-Note.
Auch George Young sollte man nicht mit einem regulären Bandmitglied verwechseln. Der ältere Bruder von Angus und Malcolm war vor allem Produzent, Mentor und gelegentlicher Musiker. Sein Einfluss auf die Entwicklung von AC/DC war enorm, seine Rolle aber eine andere als die eines festen Tourmitglieds.
Warum Besetzungslisten bei AC/DC unterschiedlich aussehen
Wer eine Liste der Bandmitglieder liest, sollte zuerst prüfen, ob sie Studioalben, offizielle Bandzugehörigkeit oder aktuelle Konzerte abbildet. Eine historische Übersicht nennt etwa Bon Scott, Malcolm Young, Cliff Williams und Phil Rudd. Eine Tourankündigung aus der jüngeren Zeit kann dagegen Matt Laug und Chris Chaney aufführen.
Für Alben zählt außerdem, wer tatsächlich gespielt hat. Auf späteren Produktionen wurden frühere Mitglieder teilweise noch als Songwriter genannt, obwohl sie nicht mehr im Studio standen. Bei Malcolm Young ist dieser Unterschied besonders relevant, weil seine musikalischen Ideen auch nach seinem Ausstieg den Charakter der Band beeinflussten.
Aus meiner Sicht ist die beste Kurzform daher nicht die Behauptung, AC/DC habe immer exakt fünf unveränderte Mitglieder. Treffender ist die Einordnung als fester Kern um Angus Young, ergänzt durch Sänger, Gitarristen und Rhythmusgruppe, deren Besetzung sich je nach Zeitraum und Aufgabe verändert.
Was von jeder AC/DC-Besetzung musikalisch bleibt
Die Namen wechseln, doch einige Konstanten ziehen sich durch die gesamte Geschichte. Dazu gehören das Gitarrenriff als Ausgangspunkt, der gerade Bass- und Schlagzeugpuls sowie eine Produktion, die eher auf Druck und Direktheit als auf technische Überladung setzt.
Bon Scott und Brian Johnson klingen sehr unterschiedlich, stehen aber beide für eine starke, sofort erkennbare Frontstimme. Ebenso unterscheiden sich Phil Rudd, Simon Wright, Chris Slade und Matt Laug deutlich, während das rhythmische Grundprinzip der Band erhalten bleibt. Genau diese Mischung aus Veränderung und Wiedererkennbarkeit erklärt, warum AC/DC auch nach mehr als fünf Jahrzehnten noch als zusammenhängende Bandgeschichte wahrgenommen wird.
Wer aktuelle Konzerte, ältere Alben oder Besetzungslisten miteinander vergleicht, sollte deshalb immer das jeweilige Jahr und den Anlass dazudenken. Dann wird schnell klar, warum die aktuelle Bühne anders aussieht als die klassische Formation, der typische AC/DC-Sound aber trotzdem unverwechselbar bleibt.